Phase I
Ein Archiv (er)fasst des Merkens Würdiges
Zum Erfassen des Merkwürdigen dient die Idee des Archivs als performative Blaupause. Ein Archiv ist ein Ort, an dem all das bewahrt wird, was des Merkens würdig erscheint. In diesem Fall ist das Archiv kein verstaubtes Regal in einer gut sortierten Bibliothek, sondern eine mobile Organisationseinheit, sprich ein Archivschrank auf zwei Rädern für die regelmäßige Kulturlieferung frei Haus.
Phase II
Ein Archiv bewahr(heite)t etwas vor dem Vergessen
Mit einem fahrbaren Schrank stehen die Künstlerin Annika Keidel und Jana Günther vor der Haustür und fragen Familien nach Archivgut. Das gesuchte, wertvolle Gut sind Geschichten, Ideen, Erfahrungen, die die Menschen für des Merkens würdig empfinden, aber auch Erzählungen über Merkwürdiges: Befremdliches, Skurriles, Witziges. Gesammelt wird mittels Ton- und Videoaufnahmen und die Geschichten und Gedanken der Familie werden somit ein Teil dieses Archivs.
Phase III
Ein Archiv form(ulier)t etwas zu(m) Wundern um
Das gesammelte Archivgut dient als Zutaten zum Wundern. Annika Keidel fügt die einzelnen Archivstücke der Familie zusammen. Aus diesem Konvolut an Merkwürdigen entstehen im Probenprozess kurze Videosequenzen, kleinen Texte oder Klangräume. Um die Kulturlieferung frei Haus zu garantieren, bekommen die Familien regelmäßig ein digitales oder analoges Statusupdate ihres Archivguts (Postkarten, GIFs, Sprachnachrichten o.ä.). Diese Kultur-Appetizer dienen als kleiner Vorgeschmack auf Phase IV. Darüber hinaus erhalten die Familien Einblicke in die Entstehungsprozesse von einem/ihrem künstlerischen Produkt.
Phase IV
Ein Archiv macht etwas (er)haltbar
Nach Fertigstellung des in Phase III entstanden Kurzfilm, Hörspiel, Buch etc. beliefert die Mobile Organisationseinheit. Jede Familie erhält einen kleinen Archivschrank, der auf Grundstück des Ein-oder Mehrfamilienhaus verweilen kann. Alle Inhalte der Mini-Schränke werden in einem großen Online-Archiv (er)haltbar gemacht. Ob dieses Archiv später mal ein kleines Vergangenheits-Kuriosum oder ein kleiner Utopiekasten der Zukunft ist, ist noch nicht geklärt.